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Das „Chablais“ von seiner rauen Seite
Wir haben den 3. Platz (5. Gesamt) trotz kleineren Fehlern erreicht. Einmal konnte uns nur die Handbremse und ein Baum retten. Trotz verbogenem Kofferaum konnten wir aber weiterfahren. Die Top-Speed-Vorsage von über 200 wurde zwar nicht erreicht, im strömenden Regen waren wir aber doch fast zu schnell unterwegs (siehe Video). Die Rallye mit vielen Freunden und Zuschauern war ein tolles Erlebnis.

Handy-Video eines Zuschauers: Dreher und Donut nach fast 200 im Regen
Detailierter Bericht:
Freitagnachmittags ging es im stark verregneten Chablais-Weingebiet mit einer Wertungsprüfung los, die es ganz schön in sich hatte. Durch die stark exponierte Hanglage in gebirgigem Gebiet der Strecke konnten Fehler in einem sehr grossen Abflug enden. Leider passierte dies dem Meisterschaftsführenden Gregoire Hotz; er eliminierte sein Fahrzeug nach einem Horrorsturz massiv und hatte noch Glück, denn kaum ausgestiegen fiel schon das nächste Team in dieses Tal runter. Die Beteiligten blieben zwar ohne ernsthafte Verletzungen, jedoch waren alle Fahrer jetzt gewarnt. Wir fuhren dort im zweiten Durchgang sogar die 4. beste Zeit und blieben fehlerfrei. Dann freuten wir uns auf die WP Evionnaz-Collonges — wie ihr schon wisst die Prüfung mit zuerst Schotter, dann ganz langer Gerade (letztes Jahr mit Topspeed 195 km/h) und anschliessender Bergstrecke. Leider war der erste Durchgang annuliert worden und so mussten wir uns im starken Regen grad voll ran halten. So erreichten wir gemäss Tripmaster genau 199 km/h auf der Geraden und waren dafür für den Abzweiger auf die anschliessende Brücke einfach zu schnell. Nur mit der Handbremse und viel Zirkeln konnten wir einen Abflug verhindern, drehten uns dabei aber ein. Zur Freude der Zuschauer verwandelten wir diesen gleich in einen Donut und brausten davon. Samstags gings dann weniger gut weiter. Die WP 5 / 8 war nicht unser Ding und auf den Bergstrecken des Col de la Croix (WP 7 / 10) befanden wir, dass unser Turbolader einfach nicht genug Leistung bringen wollte. Die technisch sehr anspruchsvolle Prüfung von Comballaz (6 / 9) allerdings fuhren wir im ersten Durchgang top, beim zweiten Mal fanden wir aber ein Auto-Trümmerfeld vor uns. Es hatten sich gerade zwei Konkurrenten so richtig die Autos zerlegt und wir mussten anhalten — leider entsprach unsere dadurch zugeloste Zeit nicht unseren Niveau. Das Wetter war am abtrocknen und unser vorsichtige Reifenwahl war leider nicht sehr beflügelnd, so gingen die Matador-Regenreifen im ersten Durchgang noch einigermassen, mit den Michelin-Intermediates T04 war aber einfach nicht wirklich ans Angreifen zu denken. Frust ! Nachmittags hatten wir als erstes die neue WP beim Rallyezentrum Lavey vor uns. Leider ging alles ein wenig hektisch am Start zu und her und schon kurz darauf konnte Chris unser Fahrzeug nur noch mit Hilfe der Handbremse und eines Baums vor dem Absturz in einer extrem engen und rutschigen Kurve bewahren. Stephi stand klar für diesen Fehler ein — es zeigt sich wieder, Rallyesport ist Teamsport — macht einer einen Fehler, leiden beide darunter. Nun, dies beeinflusste unser Eheleben in keiner Weise und erstaunlicherweise konnten wir nach ein paar Mal rangieren sogar weiterfahren. Mit nicht mehr ganz so aerodynamischem Heck fuhren wir dann den Rest der Rallye auf Ankommen. So konnten wir unseren 5. bzw 3. Platz in der Gruppe N relativ locker nach Hause fahren, hatten wir doch genug Abstand nach hinten. Fazit: Trotz des Fehlers am Ende waren wir gut unterwegs, fühlen uns im neuen Auto immer wohler und können langsam immer mehr angreifen. Die Rallye war aufgrund der ändernden Witterungsbedingungen sehr anspruchsvoll und hat uns ganz schön geschlaucht. Geil wars trotzdem ! |

War das nass ...

Topspeed 199 Km/h auf Sprung

Rutschige Passstrasse

"Nur quer ist wer !"

Heck remodeliert
Bilder 1, 3 - 5 wurden freundlicherweise von www.rallypictures.ch zur Verfügung gestellt

"Fährst Du rückwärts an den Baum,
verkleinert sich der Kofferaum"

Handbremse sei Dank ! |